Hin- und her gerissen

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Im Evangelium zum 4. Sonntag im Jahreskreis (Mk 1,21-28) wird ein Mann beschrieben, der hin und her gerissen ist, dem Jesus ein heilendes Wort zusagt. Und die Menschen spüren, dass dieses Wort von anderer Qualität, von anderer Tiefe als die normalen Worte ist. Sie erkennen, dass Jesus nicht aus sich heraus spricht und handelt, sondern aus der tiefen Verbundenheit mit Gott. Dies verleiht ihm eine Vollmacht, vor der die Menschen staunen. Jesu Sprechen und Wirken mit göttlicher Vollmacht rührt die Menschen im Herzen an, trifft sie im Kern ihres Denkens, Fühlens und Lebens und eröffnet dadurch eine Dimension, die über das Herkömmliche hinaus weist.

Wie oft sind wir hin- und her gerissen in persönlichen Lebensentscheidungen, im Verhältnis zu unserer Kirche, im Blick auf politische Ereignisse: Mit unserer Geschichte klar an der Seite der Juden und Jüdinnen stehen und zugleich das Töten von Frauen und Kindern in Gaza verurteilen; die Unbeweglichkeit der Kirche kritisieren und zugleich das Wirken der Glaubensgemeinschaft für Heil und Leben unterstützen; Werte von Liebe und Treue hochhalten und zugleich Brüche im Leben annehmen und Neuanfänge stärken.

Ich wünsche allen eine so tiefe Verwurzelung in Gott, wie Jesus sie ausstrahlt, um das Hin- und Hergerissen-Sein im Leben auszuhalten und in den kleinen und großen Entscheidungen des Lebens die richtigen Schritte tun, die im Hinhören auf Gott anstehen.

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