Pfarrmagazin

Verehrte liebe Leserinnen und Leser unseres Pfarrmagazins St. Lukas!

„Du musst dein Ändern leben.“ und „Vielleicht sind alle Drachen unseres Lebens Prinzessinnen, die nur darauf warten, uns einmal schön und mutig zu sehen. Vielleicht ist alles Schreckliche im Grunde das Hilf-lose, das von uns Hilfe erwartet.“
Rainer Maria Rilke

Diese beiden Worte Rilkes gingen mir durch den Sinn, als ich über dieses Grußwort an Sie nachdachte. Sie berühren etwas von dem, was viele von uns im vergangenen Jahr – und auch jetzt – erfahren haben: Ver-Änderungen. Große und kleine; in Kirche und Welt; in unserer je eigenen, oft fragilen Lebens-Wirklichkeit. Ich muss sie nicht alle aufzählen. Zu Vielem wohnt ein Schrecken inne, der uns erschaudern lässt. Ob die von Rilke genannten „Drachen“ tatsächlich immer „Prinzessinnen“ sind, ob also alles Bedrohliche letztlich nur hilflos ist und auf Hilfe wartet – das vermag ich nicht pauschal zu beantworten. Ich scheue mich auch vor einer verharmlosenden, euphemistischen Deutung von Umbrüchen und Zumutungen.

Und doch: In den letzten Wochen und Monaten haben sich viele Menschen in unserer Pfarrei St. Lukas intensiv mit der Frage der Gottesdienständerungen auseinandergesetzt. Allein dieses engagierte Ringen mit Veränderung zeigt Mut. Es zeigt die Bereitschaft, sich Krisen zu stellen und sie nicht einfach geschehen zu lassen. Dafür danke ich allen von Herzen, die diesen „Dien-Mut“ – diese Demut im Tun – aufbringen: sich nicht fatalistisch dem Strom der Veränderungen auszuliefern, sondern Verantwortung zu übernehmen.

Und seien wir ehrlich: Ist es nicht mutiger, sich einem Mul-lah-Regime im Iran oder der Willkür der ICE-Agenten in Ame-rika entgegenzustellen, als hier unsere Sorgen frustriert nicht anzupacken? Zu schnell heißt es: Man muss das Leben ändern. Vielleicht aber hat Rilke recht: Man muss das Ändern leben, es mit Leben und Lebendigkeit füllen. Ursprünglich bedeutete „Veränderung“ auch Metamorphose – Verwandlung. Ostern ist das große Fest dieser Verwandlung: Tot Geglaubtes lebt. „Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier. Er geht euch voraus.“

Folgen wir ihm mutig – in der Hoffnung, dass unser Mühen nicht vergeblich ist und alles bei ihm seinen Anfang und sein Ziel findet. Fühlen Sie sich gesegnet. Geben Sie diesen Segen weiter an die Ihnen Anvertrauten. Schließen Sie Freund und Feind in Ihr Gebet ein, damit im Kleinen Frieden wächst – und Verwandlung beginnt.

Gottes Segen!

Ihr Pastor Ernst-Joachim Stinkes

Pfarrbriefe unserer Nachbar-GdGs

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