Jeder von uns kennt diese Redewendung: Wo drückt der Schuh? Manchmal ist es tatsächlich ein kleiner Stein im Schuh, der jeden Schritt beschwerlich macht. Oft aber sind es ganz andere Dinge, die drücken: Sorgen, Enttäuschungen, Schuld, ungeklärte Beziehungen, Ängste oder die Frage, wie es weitergehen soll.
Ein Schuh soll tragen. Er schützt den Fuß und hilft uns, unseren Weg zu gehen. Doch wenn er drückt, richtet sich unsere ganze Aufmerksamkeit auf den Schmerz. Wir gehen langsamer, vorsichtiger oder bleiben sogar stehen.
Vielleicht ist das eine Einladung, innezuhalten. Nicht jeder Druck muss einfach ausgehalten werden. Manchmal gilt es, den Schuh auszuziehen und nachzusehen: Was ist es eigentlich, das mich am Gehen hindert? Ein kleiner Stein? Eine alte Verletzung? Zu hohe Erwartungen? Oder ein Weg, der gar nicht mehr zu mir passt?
Jesus sagt: „Follow me.“ Er verspricht keinen bequemen Weg. Aber er verspricht, ihn mit uns zu gehen. Er kennt unsere wunden Stellen. Er weiß, wo der Schuh drückt, noch bevor wir selbst Worte dafür finden.
Auch Anna wusste, was es heißt, einen langen Weg mit Gott zu gehen. Sie blieb trotz vieler Erfahrungen und Enttäuschungen offen für Gottes Wirken. Ihr Leben lehrt uns: Wer Gott vertraut, darf seinen Weg Schritt für Schritt gehen – nicht, weil alles leicht ist, sondern weil Gott mitgeht.
Vielleicht ist die Annaoktav eine gute Gelegenheit, den eigenen Schuh einmal bewusst anzuschauen. Wo drückt er? Was belastet mich? Und was darf ich Gott anvertrauen?
Wer Jesus folgt, geht nicht mit perfekten Schuhen durchs Leben. Aber mit der Gewissheit, dass keiner seiner Schritte allein ist.
Erzählen Sie uns Ihre Schuhgeschichte… Welche Bedeutung haben für Sie Schuhe (ein bestimmtes Paar) oder welchen besonderen Weg verbinden Sie mit ihnen? Gerne können Sie Ihre Geschichte und das dazu passende Schuhpaar am Devotionalienstand abgeben. Einige dieser Geschichten werden im Gottesdienst am Samstag, 2. August, um 19.00 Uhr vorgelesen. Sie erhalten Ihre Schuhe nach der Annaoktav wohlbehalten zurück.
Melanie Thelen, Gemeindereferentin