Zukunftsprojekt Jugendkirche St. Lukas

 

Ein persönlicher Lagebericht

Florian Sobetzko, August 2019

Liebe Leser(innen), 
das Thema Jugendseelsorge beschäftigt uns nicht nur in Düren sehr, weil es hier ganz konkret um den Aufbau der Gemeinde der Zukunft geht. Schon seit langer Zeit spüren wir in katholischen Gottesdiensten in der Stadt wie auf dem Land, dass die Gottesdienstbesucher(innen) immer älter werden, ohne dass entsprechend Jüngere nachrückten. In der Jugendseelsorge kristallisiert sich das Zusammenwirken einer Vielzahl von kirchlichen Krisenerscheinungen, die sich gegenseitig verstärken: Junge Menschen erwarten von uns nur noch selten Antworten auf ihre Lebensfragen, unsere Moral gilt als altmodisch und verkorkst, die Missbrauchskrise hat unsere Glaubwürdigkeit bis ins Mark erschüttert. Immer mehr bekommen wir damit zu tun, dass Menschen uns nicht mehr nur gleichgültig, sondern auch ablehnend gegenüberstehen.
 

Soweit die Großwetterlage – und manche Erfahrung in meiner Arbeit am Jugendkirchenprojekt macht mir diese Entwicklungen bewusst: Kirche für junge Menschen zu machen, die eigentlich nicht zur Kirche gehen, das ist auch hier in Düren erheblich schwerer, als ich es mir vor einem Jahr erhofft hatte. Wir laden regelmäßig junge Leute aus Firmvorbereitung und Schule zu innovativen Gottesdienstformaten in - nach unserer Meinung - attraktiver Umgebung ein und machen die Erfahrung: Die wenigen, die kommen, schätzen das Angebot zwar sehr und genießen es – aber ihre Zahl bleibt unter der kritischen Masse, die es braucht, um zu wachsen. Es braucht Ausdauer und Mut zu neuen Fehlern, statt immer die alten zu wiederholen. In dieser Zeit als Seelsorger(in) Kirche aufzubauen, das heißt regelmäßig neuen Mut fassen müssen, es noch einmal anders zu probieren. In dieser Zeit haupt- oder ehrenamtlich in Kirche engagiert zu sein, das fordert heraus und lässt gelegentlich schlecht schlafen. 

Auf der anderen Seite stehen sehr ermutigende Erfahrungen, an die ich voller Dank zurückdenke. Die wichtigste heißt: Trotz der immer knapper werdenden Ressourcen spürt man in St. Lukas von vielen Seiten die Entschiedenheit, für Jugendliche und junge Erwachsene etwas Attraktives anbieten zu wollen und dabei auch Räume freizulassen, in die man selbst gerne möchte. Wenn etwas Neues wachsen soll, muss man dafür gelegentlich ein Beet freilassen und aushalten, dass die bunte Blumenwiese auch mal auf sich warten lässt. 

Über die Monate hinweg entwickelt sich derzeit ein sogar über die Pfarre hinausreichendes Netzwerk der Zusammenarbeit mit regionaler Jugendseelsorge, regionaler kirchlicher Jugendarbeit, Religionslehrer(innen) an verschiedenen Schulen, Schulseelsorge und Jugendkirchenprojekt. 

Seit diesem Frühjahr verfügt das Jugendkirchenprojekt über eine ca. 25 m² große „Wohnzimmerkirche“ im Papst-Johannes-Haus, einen kleinen jugendkirchlichen Ort mit gemütlicher und zugleich spiritueller Atmosphäre – Firmvorbereitung, Jugendgottesdienste, Religionskurse auf Exkursion und Schulseelsorge profitieren sehr davon. Mit Messdiener(innen) und Pfadfinder(innen) entwickeln sich erste Ideen für spirituelle Gruppenstunden an diesem besonderen Ort. Mit dem brandneuen Jugendcafé im PJH wird nicht nur die pfarrliche Jugendarbeit „aus dem Keller geholt“, sondern hier entwickeln sich auch schon gemeinsame Ideen und Ansätze für jugendkirchliche Formate zwischen Kaffeehausgottesdienst und Wohnzimmerpredigt. Speziell das Innovationsteam „Jugendcafé“ hat hier Enormes geleistet! 

Die größte Herausforderung besteht aber weiterhin in der Schwierigkeit, Jugendkirche als sogenannte „Komm-Struktur“ aufzubauen. Egal, wie attraktiv die Werbeflyer und die Angebote sind: Solange kein persönlicher Kontakt auch im Alltag besteht, kommen Jugendliche nur selten bis nie. Aus diesem Grunde koordinieren wir derzeit zwischen Jugendkirchenprojekt, Schulseelsorge und Fachkonferenz Religion einer weiterführenden Schule ein Kooperationsprojekt „Jugendkirche und Schule“. Erst wenn wir alltagsweltlich relevant, also im Wortsinn „brauchbar“ werden, gesteht man uns auch zu, dieses Alltagsleben religiös und liturgisch zu deuten als Ort der sichtbaren Gegenwart Gottes. 

Florian Sobetzko, Seelsorger im Jugendkirchenprojekt

Spirituelle Angebote heute

APR

05

10:00

Hausgottesdienst

Alle Kirchen in Düren

19:30

Läuten zum gemeinsamen Abendgebet

Alle Kirchen in Düren

Veranstaltungen in St. Lukas

Apr

10

15:30

fällt aus: Führung durch die Grabes- und Auferstehungskirche

Grabes- und Auferstehungskirche St. Cyriakus, Cyriakusstr. 8

Apr

28