Nächste Kirchenführung mit allen Sinnen in St. Anna am 7. August um 16 Uhr

Einen Kirchenraum in Ruhe auf sich wirken lassen, was benötige ich dazu? Alle meine Sinne sind angesprochen, meine Hände, die das Portal öffnen, meine Ohren, um zu lauschen, mein Geruchssinn, um den Duft des Raumes wahrzunehmen und nicht zuletzt: meine Augen, um den Raum in seiner Ganzheit zu erfassen. Viele Sinne sind angesprochen und gefordert. Was aber, wenn mir ein Sinn nicht zur Verfügung steht, das Augenlicht zum Beispiel? Nichts hindert daran, die Kirche St. Anna trotzdem sinnlich zu erfahren, zu erspüren, zu erschnuppern, zu erlauschen.

Im Rahmen des bundesweiten Sehbehindertensonntags hatte der Blinden- und Sehbehindertenverein Düren in Zusammenarbeit mit Jutta Busch, Seelsorgerin für Blinde und Sehbehinderte im Bistum Aachen, am 21. Juli eingeladen und Pfarrer Hans-Otto von Danwitz führte „mit allen Sinnen“ durch die in die Annakirche. Die Gruppe blinder und sehbehinderter Menschen fand sich zunächst vor dem Portal der Annakirche ein und lauschte dem stündlich erklingenden Glockenspiel. Nach diesem ersten hörbaren Sinneseindruck galt die Aufmerksamkeit dem Kirchenportal. Von sehenden Menschen oftmals nicht beachtet, von sehbehinderten Menschen achtsam erfühlt wurde der warme, glatte Bronzegriff des Hauptportals. Es galt zu be-greifen, was dieser Griff darstellt. Schnell wurde erkannt, es ist eine Darstellung des Walfisches mit Jona im Maul.

Beim Betreten der Pilgerhalle erklang leise Orgelmusik. Ein Video über die Entstehung des Neubaus der Kirche in den 50-er Jahren informierte über die Idee der Neugestaltung des vormals gotischen Kirchenbaus. Aber es bedurfte nicht der Bilder des Videos: rein akustisch gewannen die Besucher:innen einen gute Vorstellung von der Anlage der Kirche mit der Ummantelung der Pilgerhalle, des Kirchenraumes und der Werktagskirche.

Eine weitere Station war – begleitet von Orgelmusik – der Weg zum Taufbecken. Der schwere kupferne Deckel des Beckens wurde entfernt und die Besucher:innen ertasteten den feinkörnigen Rand des Beckens mit der Idee eines Brunnens. Über die Hände gegossenes Wasser vermittelte das Gefühl des Täuflings bei der Taufe.

Weiter ging es zum Annaschrein. Die Skulptur der Anna-Selbdritt fand großes Interesse, konnte man den glatten, kühlen Speckstein sehr gut ertasten und die Form der Anna und der Maria mit dem Jesuskind erfühlen. Auch der Annaschrein mit seinem Gitter und der dahinter liegende Schreinkasten ließen durch Erfühlen eine räumliche Vorstellung erzeugen.

Nun befanden wir uns im großen Kirchenraum vor den Stufen des Altars. Weihrauchduft umfing uns und regte den Geruchssinn stark an. Untermalt von der Orgelmusik ließen alle diese sinnlichen Erfahrungen des Hörens und Riechens auf sich wirken.

Ein kostbarer Kelch und eine Hostienschale wurden herumgereicht. Die Besucher:innen erfühlten die warmen und glatten Formen der Gefäße. Und noch einmal erfüllte ein kostbarer Duft unsere Nasen: Chrisam, Katechumen - und Krankenöl konnten wir erschnuppern.

Nun ging es hinauf zum großen Quader des Altares. Auch hier galt es erst einmal zu erspüren, mit welchem Material hatte man es zu tun? Die Fingerspitzen fühlten eine raue, etwas grobkörnige Oberflächenstruktur. Auf dem Altar ausgebreitet lag ein kostbares Messgewand. Vorsichtig ertastet wurde ein gestickter Baum mit Blättern und Früchten. Dies war eine Überleitung zu dem Lebensbaum, der die Wand hinter dem Altar ausfüllt, ein steinerner Baum mit 40 Früchten oder Lichtern aus Alabaster. Auch die grob behauenen Sandsteine der Kirchenmauern weckten lebhaftes Interesse, sind es doch Trümmersteine der zerstörten Stadt Düren.

Der kostbare Tabernakel mit einer Elfenbeinummantelung und großen Edelsteinen war nun ein weiterer kostbarer Schatz, den es zu be-greifen galt.

Zum Abschluss der Führung führte Pfarrer von Danwitz die Besucher:innen zu dem wertvollen Chorgestühl aus dem 16. Jahrhundert in der Werktagskapelle. Alle nahmen auf den schmalen Sitzen Platz und ertasteten die alten Schnitzereien.

Zum Abschied spielte Michael Bergrath an der Orgel das Kirchenlied: Möge die Straße uns zusammenführen…

Für alle Teilnehmer:innen dieser besinnlichen Kirchenführung schenkte Jutta Busch, die Seelsorgerin für Blinde und Sehbehinderte im Bistum Aachen allen ein Augenlicht, eine Duftkerze eingebettet in einer hölzernen Augenform. Sie bedankte sich im Namen aller bei Pfarrer von Danwitz für diese ganz besondere Kirchenführung mit allen Sinnen und bei dem Organisten für die Orgelbegleitung.

Hinweis:

Die nächste Kirchenführung mit allen Sinnen wird während der Annaoktav am Sonntag, 7. August um 16 Uhr angeboten.


Rita Gröper

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